Storytelling sind keine Bedtime Stories und keine Fairy Tales

Storytelling im Marketing

Genug Englisch für heute. Das reicht. Wirklich. Aber zerlegen wir jetzt die Überschrift und übersetzen sie einmal.

Storytelling: Geschichten erzählen

Bedtime Stories: Gute-Nacht-Geschichten

Fairy Tales: Märchen

So. Jetzt kennen wir uns alle aus. Nicht?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass es nicht so ist. Storytelling wird noch häufig missverstanden. Überhaupt, wenn es um Storytelling im Marketing geht.

Was ist eine Story?

Eine Story ist eine Geschichte. Soweit so gut. Und was ist jetzt eine Geschichte?

Eine Geschichte erzählt dir etwas. Etwas ist passiert, jemand hat ein Wunder vollbracht und so weiter. Liest du, egal was, dann liest du eine Story. Diese Stories gehen von stocksteif, staubtrocken bis hin zu total mitreißend, hinreißend.

Es gibt eine breite Palette, wie du eine Geschichte erzählen kannst. Immerhin gibt es eine breite Palette an Arten, wie man selbst eine Geschichte sieht, erlebt. Du weißt doch, was ich meine, oder?

Es gibt nicht nur eine Wahrheit, denn die Wahrheit ist für jeden eine andere. Sieht man auch, wenn zum Beispiel Zeugen nach Täterbeschreibungen gefragt werden. Ein Zeuge meint, der Täter hatte einen Oberlippenbart, der nächste Zeuge weiß, dass der Täter gar keine Geschichtsbehaarung hatte und wieder ein anderer Zeuge ist sich sicher, dass es eine burschikose Frau war.

Trotz aller unterschiedlichen Empfindungen und Auffassungen haben sie alle etwas gemein. Es liegt eine wahre Begebenheit zugrunde.

Also gibt es keine Wahrheit?

Schön langsam bewegen wir uns in den philosophischen Bereich. Denn wenn jede Wahrheit, die Wahrheit ist, was ist dann die richtige Wahrheit? Also gibt es nicht die Wahrheit.

So. Und doch gibt es sie. Die ultimative Wahrheit, die Antwort auf alle Fragen, ist 42. Scherz beiseite. Falls du dich jetzt nicht auskennst: Diese ultimative Wahrheit stammt aus dem Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams.

Zurück zum Thema.

Trotz allem und dem Scherz, beinhaltet die Story eine Wahrheit.

Und das unterscheidet sie jetzt von den Guten-Nacht-Geschichten und den Märchen.

Gute-Nacht-Geschichten und Märchen

Ihnen liegt eine Botschaft zugrunde. Die Botschaft hat(te) eine erzieherische Aufgabe. Ursprünglich waren diese Geschichten brutal und furchteinflößend. Disney hat dann Geschichten mit Happy End daraus gemacht.

Nehmen wir das Märchen „Rotkäppchen“. Das Mädchen geht alleine durch den Wald. Die Mutter warnt sie noch, ja nicht vom Weg abzukommen und direkt zur Großmutter zu gehen.

Das Mädchen hält sich aber nicht daran. Das Ende vom Lied: Ihre Großmutter und sie werden vom großen bösen Wolf gefressen.

Was ist also die Moral von der Geschichte? Gehe nicht mit fremden mit, erzähle ihnen nicht, wo du hin willst und verrate unter keinen Umständen die Adresse. Denn das kann ganz böse enden.

Und das ist die Wahrheit. Die Kernbotschaft. Der Rest wurde überzogen und übertrieben dargestellt, um möglichst große Angst zu erzeugen.

Storytelling im Marketing

Bleibe bei der Wahrheit. Bei deiner Wahrheit. Erzähle Geschichten, die tatsächlich passiert sind. Verpacke deine Kernbotschaft (Moral der Geschichte ist auch möglich).

Aber denke nicht, dass die Leser dumm sind. Sie merken, ob deine Geschichte glaubwürdig ist oder ob du hemmungslos dick aufträgst.

Du tust dir selbst gar keinen Gefallen, wenn du dazudichtest. Auch wenn du dich im glaubwürdigen Bereich bewegst. Denn spätestens wenn ein Kunde angebissen hat und dich bucht, kontaktiert, was auch immer, wird früher oder später der Schwindel auffliegen. Und dann ist das ganz schlecht für dich. Denn Schwindel sprechen sich schneller rum, als positive Erlebnisse mit dir.

Worauf noch zu achten ist

Bei der Formulierung deiner Story behalte deine Zielgruppe im Auge. Sie muss mit der Geschichte etwas anfangen können.

Spare komplizierte Formulierungen und Wörter. Ich kann es nicht oft genug sagen. Auch, wenn dein Thema ein kompliziertes ist. Versuche es so einfach wie möglich zu beschreiben. Im Beitrag “Nur Wein sollte trocken sein” findest du Anregungen, wie du auch ein trockenes und kompliziertes Thema frisch und lebendig beschreiben kannst.

Verkaufe deine Leser nicht für dumm. Auch das kann ich gar nicht oft genug sagen. Du erzählst keine Märchen und deine Leser würden dir Märchen sowieso nicht abkaufen.

Nutze Storytelling vor allem dafür, dich zu zeigen. Mit deinen Ecken und Kanten und deiner Persönlichkeit. Erzähle, was passiert und was du machst. Hier kannst du auch von Erlebnissen mit Kunden berichten. Witzig, traurig. Nutze Gefühle im richtigen Maße. Deine, die deiner Kunden.

Im Storytelling findet viel Platz. Doch keine Unwahrheiten. Die haben nirgendwo einen Platz. Und schon gar nicht im Marketing.

Wenn du g’schichtldruckn willst, dann mach das wo anders, aber nicht im Marketing.

In einem meiner nächsten Beiträge zeige ich dir, wo du überall Storytelling einsetzen kannst. Anstoß zu diesem Thema gab mir eine liebe Kundin, die dachte, sie müsse mit ihrem Anliegen zu jemanden anderen gehen, denn es hätte nichts mit Sotrytelling zu tun.

Nutzt du bereits Storytelling in deinem Marketing?
Hast du Fragen dazu?

Schreibe mir deine Gedanken gerne in die Kommentare oder kontaktiere mich direkt per Mail an babsi@textsturm.com
Jeder freut sich über Post. Ich mich auch 😉

Alles Liebe und gutes Gelingen beim Geschichten erzählen,
Babsi


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