Storytelling: Ein Ungetüm und wo du es einsetzen kannst

Storytelling einsetzen

Vor einiger Zeit hatte ich ein Telefongespräch mit einer Kundin. Wir unterhielten uns über unsere nächsten gemeinsamen Schritte. Irgendwann im Gespräch kam heraus, dass sie, zwischen dem letzten Projekt und dem neuen, eine andere Texterin beauftragte.

Weiter nicht schlimm. Denn ich bin der Meinung, dass Texter nicht gleich Texter ist und man daher gut und gerne mit mehreren zusammenarbeiten kann und sogar auch sollte.

Doch leider war meine Kundin von der anderen Texterin enttäuscht. Die Zusammenarbeit lief nicht zu ihrer Zufriedenheit. Sie bereute ihren Entschluss, erklärte ihn aber mit den Worten: „Da es sich nicht um Storytelling handelte, dachte ich, du machst das nicht.“

Mache ich ausschließlich Storytelling?

Zuerst einmal ist es so, dass ich nicht nur Storytelling mache. Ich kann auch andere Textarten erstellen. Das ist im ersten Schritt also gar kein Problem. Sollte sich herausstellen, dass ich tatsächlich nicht in der Lage bin, den gewünschten Text umzusetzen, dann gebe ich das gerne zu und vermittle mit Freude eine Kollegin oder einen Kollegen. Miteinander – nicht gegeneinander.

Also habe keine Hemmungen. Frage mich einfach. Du erreichst mich jederzeit per Mail an kontakt@textsturm.com

Storytelling oder nicht?

Nun ging es bei der Kundin um eine Textart, die im Endeffekt auch als Storytelling aufbereitet werden hätte können. Denn Storytelling ist eine Textart unter den vielen verschiedenen Textarten, die es gibt. Es ist eine gewisse Art, wie du etwas erzählst. Und dieses Wie kannst du in ganz vielen verschiedenen Formen nutzen.

Wo kannst du Storytelling einsetzen?

Storytelling ist nicht an eine Wortanzahl oder eine Plattform gebunden. Storytelling funktioniert in 200 Worten genauso wie in 20.000 Worten. Es funktioniert für einen Blog genauso wie für Social Media.

Es funktioniert online und offline. Du kannst es in Reden anwenden oder in deinem Pitch. Du siehst, es sind dir keine Grenzen gesetzt. Ob es passend ist oder nicht, merkst du. Wichtig: Überlege dir immer wem du was zu welchem Zweck erzählst. Du wirst merken, Storytelling funktioniert einfach.

Es gibt nicht DAS Storytelling

Ich denke, Storytelling wird immer noch missverstanden. Ganz ohne Zweifel ist es etwas Großartiges. Doch es muss nicht zwangsläufig groß sein.

Es ist einfach eine gewisse Art, in der du Inhalte und Informationen weitergibst. Du kannst natürlich in deinen Texten Fakten aneinanderreihen und sie ergeben einen informativen Text. Aber erreichst du dein Ziel damit?

Beispiel deine „Über mich“-Seite

Du kannst diese Seite gestalten wie einen Lebenslauf. Und ob du es glaubst oder nicht, erst vor wenigen Wochen bin ich über eine „Über mich“-Seite gestolpert, die tatsächlich geschrieben war, wie der klassische, tabellarische Lebenslauf aus den 80er Jahren.

Auf dieser Seite findest du alle Informationen, die mehr oder weniger wichtig sind. Doch schön aufbereitet sieht anders aus.

„Geboren 19XX, in X, als Sohn/Tochter von Herrn X und Frau X,
19XX – 19XX Schule sowienoch
19XX – 19XX Ausbildung bei Firma X
etc. „

Ja, ähm, gääääähn. Selbst Personalverantwortliche legen heute solche Lebensläufe im Rundordner ab. Warum sieht die “Über mich”-Seite eines Unternehmers oder einer Unternehmerin immer noch so aus? Ob dieser Mensch ein attraktives Angebot für mich hat oder nicht, weiß ich gar nicht. Schließlich wurde ich von dieser Seite eingelullt.

Abgesehen davon, dass du auf deiner „Über mich“-Seite nicht zwingend angeben musst, wann und wo du geboren wurdest, geht diese Info viel besser zu verpacken. Zum Beispiel so:

“Wir schreiben das Jahr X. Nach langem Zögern, es war der X. Jänner und total kalt, entschloss ich mich doch, die sichere, warme Höhle zu verlassen. Die Neugierde auf diese Welt war groß. … …”

Wichtige Infos? Nicht unbedingt. Aber ehrlich: müsstest du gähnen oder lächeln? Die Wahrscheinlichkeit wäre hier größer, dass ich weiter lese und nicht fluchtartig die Seite wieder verlasse.

Dann die Schule, wenn sie relevant für das ist, was du heute machst:

“In den Jahren von bis bescherte ich meinen Professoren und meinen lieben Eltern graue Haare …”

Jetzt könnte ich hier so weiter machen. Will ich aber nicht, denn ich denke, du verstehst bereits, was ich meine.

So wie in diesem Beispiel kannst du mit jeder erdenklichen Information verfahren. Und dabei ist es egal, ob es sich um einen Blogbeitrag, Social Media Post, Produktbeschreibung etc. handelt. Selbst Interviews kannst du in dieser Form aufbereiten. Da ist es natürlich noch einfacher, wenn du dem Interviewten deine Fragen so stellst, dass er/sie gezwungen ist, selbst im Storytelling-Format zu antworten.

Zusammenfassung

  • Was ist Storytelling?

Eine bestimmte Art, Informationen so zu verpacken, damit sie kein herzhaftes Gähnen auslösen. Ein herzhaftes Lachen ist dafür völlig in Ordnung.

  • Wo kann ich Storytelling einsetzen?

Überall und jederzeit. Wenn es passt, dann passt es einfach. Und wenn nicht, dann nicht. Kommt auf viele Faktoren an. Vor allem: Wem sagst du was und warum? Aber im Grunde hat es überall Platz. Sogar in deinem Elevatorpitch.

  • Wie viele Worte braucht Storytelling?

Manchmal gar keine. Storytelling funktioniert auch in Bildsprache. Gehört hier jetzt aber nicht her. Und manchmal füllt Storytelling ein ganzes Buch mit 1000 Seiten in Schriftgröße 8.

Bin ich die Richtige für dich, wenn es nix mit Storytelling zu tun hat?

In den allermeisten Fällen: Ja! Ich stehe zwar total auf diese Textform, aber das heißt nicht, dass ich andere Texte nicht schreibe. Oder nicht mag. Oder gar nicht kann. Ich weiß … da waren jetzt viele nicht und das sollte man … nicht.

Lass es mich anders formulieren:

Ich stehe total auf Storytelling. Ich bin allerdings in der Lage, auch jede andere Textform zu erstellen. Neben tollen Ausschmückungen, kann ich ebenso rein sachlich und fachlich schreiben.

Meine fachliche Meinung dazu ist allerdings: Warum möchtest du die Macht des Storytellings nicht nutzen?

Ich hoffe, der Beitrag hat dir gefallen und du bist nicht zwischenzeitlich einge(k)nickt. Vielleicht hattest du sogar einen kleinen AHA-Moment? Erzähl‘ es mir doch oder verrate mir, wie du die Sache mit dem Storytelling siehst.

Ich freue mich auf deine Meinung.

Alles Liebe!
Babsi



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