Der erste Auftrag – Den vergisst du nie

Der erste Textauftrag

Im Laufe der Zeit häufen sich die Aufträge. Das ist gut so. Davon lebst du. Manche Aufträge gehen dir leicht von der Hand, andere brauchen etwas, bis sie passen. Manche Aufträge treiben dich an deine Grenzen und wieder andere sind besonders lehrreich.

Jeder erfolgreich abgeschlossene Auftrag lässt dich aufatmen und du bist stolz. Stolz auf das Erreichte, stolz auf den Erfolg, stolz über dein Durchhaltevermögen. Einfach stolz.

Doch einen Auftrag – und ich denke, da stimmst du mir zu, egal aus welcher Branche du bist – vergisst man nie. Man vergisst nicht, wie es war, den Auftrag bekommen zu haben. Man vergisst nicht, wie es war, Ideen in die Tat umzusetzen. Wie es war, den Auftrag abgeschlossen zu haben und wie es sich anfühlte, als er dann abgenommen wurde. Die Rede ist vom ersten Auftrag überhaupt.

So, wie bei allem im Leben: Das erste Mal vergisst man nie.

Neulich habe ich darüber nachgedacht, wann genau ich meinen allerersten Textauftrag bekommen habe. Das ist in der Tat schon lange her. Sehr lange. Aber ich kann mich noch genau an all die Emotionen erinnern. Als ob es erst gestern gewesen wäre. Dabei ist das schon ganze 24 Jahre her, als ich meinen ersten, sogar bezahlten, Auftrag angenommen habe.

Es war 1993. Irgendwann im Frühling. Eine Bekannte machte ein Praktikum in einem Heim für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Da gab es ein Mädchen, das ließ alle Betreuerinnen in ihr kleines Poesie-Album schreiben. Es war ein krankes Mädchen. Ich kann mich aber beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, was genau das Mädchen hatte.

Aber ich weiß noch, wie mich die Bekannte fragte, ob ich mir nicht ein schönes und Mut machendes Gedicht ausdenken könnte, das ich auch gleich in dieses kleine Poesie-Album eintragen soll.

Ich war sehr stolz, dass sie mir diese Aufgabe gab. Ich wusste, dass die Bekannte meine Gedichte sehr gerne las. Sie durfte immer Korrekturlesen. Es war mir eine besondere Ehre für dieses Mädchen ein Gedicht zu schreiben. Ich nahm das sehr ernst und gab mir große Mühe.

Also schrieb ich ein Gedicht. Ein Gedicht, das Mut machte. Darin stand, dass sie an ihren größten Traum denken soll und daran festhalten soll. Denn irgendwann wird sich auch für sie dieser Traum erfüllen. Sie müsse nur fest genug daran halten.

Meine Bekannte war zu Tränen gerührt. Als sie wieder kam, nachdem sie dem Mädchen das Poesie-Album zurückgab, erzählte sie mir, wie sehr sich dieses Mädchen über mein Gedicht gefreut hat.

Und ich werde nie vergessen, wie sich mein allererster Auftrag angefühlt hat.

Es gibt viele schöne Aufträge. Wie schon am Anfang geschrieben. Jeder einzelne Auftrag bewirkt etwas in uns. Doch das erste Mal ist ganz besonders und vergisst man nie.

Meine Bezahlung war übrigens ein Glas Cola. Das war auch ganz besonders für mich 🙂

Was war dein allererster Auftrag? Wie hat es sich für dich angefühlt? Erzähl es mir in den Kommentaren, wenn du möchtest.

Alles Liebe
Babsi


 

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