Anfängerfehler beim Bloggen

Anfängerfehler beim Bloggen

Im Herbst 2014 saß ich in meiner Küche, meinen Kugelbauch streichelnd und überlegte, ob ich nicht noch einmal einen Versuch wagen sollte. Immerhin sagt man doch: “Aller guten Dinge sind drei.” Bei mir wäre es das dritte Mal. Zweimal habe ich es halt vermasselt. Aber beim dritten Mal kann es nur mehr gut gehen.

Schon seit Jahren habe ich diesen Traum, dass ich nicht nur für mich Texte schreibe. Oder für Verwandte, weil ich für sie ein Thema aufbereiten soll, damit es leichter verständlich ist. Vielleicht gibt es da draußen ja doch Menschen, die sich dafür interessieren, was ich zu sagen habe?

Ich schlief lieber noch einmal darüber. Eher gesagt, viele Male. So viele, dass mein Kugelbauch auch schon wieder weg war. Ja, das kleine Leben war sogar schon wieder fast ein Jahr alt.

Wieder saß ich in der Küche. Diesmal nicht meinen Kugelbauch streichelnd, sondern meinen Zwerg am Schoß. Fütternd. Er versuchte mit der Gabel mein Auge zu entfernen. Mein Telefon klingelte und eine Mama-to-be war dran. Sie holte sich Tipps. Ihre Geburt stand knapp bevor und sie wollte beruhigende Worte hören. Nach dem Gespräch war ich mir sicher.

Ich habe was zu erzählen. Und es wird Menschen geben, die es auch interessiert. Also? Was hält mich eigentlich davon ab, es noch einmal zu wagen? Nur ich halte mich davon ab. Warum? Weil ich schon zwei Mal versagt habe? Das sind Gründe. Aber keine Hindernisse. Und ich bin gesprungen. Seit dem entwickelt sich mein Mamablog. Langsam aber stetig.

Heute zeige ich dir, welche Fehler ich trotzdem gemacht habe und wie du sie ganz einfach vermeidest.

Meine 7 Anfängerfehler beim Bloggen

Fehler #1 – Einen inhaltslosen Blog veröffentlichen

Es ist technisch gesehen sehr einfach einen Blog in die Tat umzusetzen. Software für Blogerstellung gibt es genug. Ich wählte das beliebteste und bekannteste. Ich registrierte mich also bei WordPress und legte los. Was ich nicht wusste: Der Blog ist nach der Registrierung bereits online. Mit einem Standard Theme und blanko.

Also stand mein Blog so da. Veröffentlicht im www. Ohne Inhalt, ohne Design. Aber mit ersten Aufrufen. Uuuups. Ich schrieb ganz schnell meinen ersten Beitrag. So sah der dann auch aus. Hingepfuscht. Ziemlich doof gelaufen. Denn der erste Eindruck war somit total vermasselt.

Später erst stellte ich fest, dass man in den Einstellungen den Blog auf privat stellen kann. Dann ist er nur für dich und den Personen sichtbar, die ein Passwort besitzen.

Mache diesen Fehler nicht und stelle deinen Blog für den Anfang auf privat. Hat auch den Vorteil, dass du ihn bereits mit Inhalten füllen kannst und erst später für die Öffentlichkeit zugänglich machst. Leser kommen dann auf einen Blog, wo sie schon mehr zum Lesen bekommen. Sie können schneller entscheiden, ob sie bei dir richtig sind.

Solltest du selbst hosten kannst du auch eine schöne Coming Soon Page vorschalten. Deine Seite ist dann schon aufrufbar, aber sie sehen nur diese vorgeschaltete Page. Am besten gestaltest du sie so, dass sofort ersichtlich ist, worum es bei dir gehen wird.

Um das bestmöglich umsetzen zu können, vermeide

Fehler #2 – Kein Fahrplan

Ich hatte mir überlegt, was mein Thema sein soll. Mamablog. Ein Name war auch schnell gefunden. Das war aber schon alles. Nun, Mamablog ist ein sehr weiter Begriff und sagt nicht viel darüber aus, worum es im Endeffekt geht. Auch auf Grund des Namens war es nicht ersichtlich. Bewusst wurde mir das aber erst nach gut 6 Monaten bloggen. Ich wunderte mich, warum ich wieder zu doof bin.

Aufgeben wollte ich nicht wieder. Also begann ich zu recherchieren. Und fand die Lösung. Ich hatte keinen Plan. Was wollte ich mit dem Blog bewirken und wie wollte ich das kommunizieren? Wie sollte ein Leser, der zum ersten Mal auf meinem Blog landet, erkennen können, worum es geht? Konnte er nicht. Weil ich es selbst nicht wusste. Ich bin ohne genaueren Plan losgestartet.

Also bestimme schon vorher, wo du mit deinem Blog hin willst. Was genau du aussagen möchtest. Denn: Wenn du weißt, wo es lang geht, kannst du auch deine Leser abholen.

Dein Weg und deine Ziele ändern sich vielleicht während du bloggst. Das ist aber nicht schlimm. Deine Leser begleiten dich. Nur sehr wenige springen tatsächlich ab. Das passiert, wenn du wirklich eine total andere Richtung einschlägst.

Wenn du dir einen Fahrplan zurechtgelegt hast, passiert dir der nächste Fehler auch nicht so leicht

Fehler #3 – Zu viele Kategorien

Diesen Fehler mache ich auch nicht mehr. Ganz bestimmt nicht. Ich hatte am Anfang 7 oder 8 Kategorien. Es waren zu viele. Es passierte mir, weil ich eben nicht wusste, was ich eigentlich will.

Also überlege dir zuerst worüber du regelmäßig schreiben willst und auch kannst. Dann überlege dir, wie du diese Themen in Kategorien einteilen kannst. Wenn du selbst nicht weiter weißt, lass jemanden anderen darüber schauen. Ich habe das für diese Seite auch gemacht. Selbst sieht man oft das Naheliegende nämlich nicht.

Überlege dir gut, wie viele Kategorien es sein sollen und ob sie logisch sind. Passen sie nicht auf den ersten Blick zu deinem Hauptthema ist dein Leser verwirrt. Die Anzahl der Kategorien spielen für dich eine Rolle. Du kannst dir auch 15 Kategorien anlegen. Zu bedenken hast du hier nur, ob du so viele Kategorien auch wirklich regelmäßig bedienen kannst.

Ich konnte es nicht und so gab es Kategorien, die nur ein bis zwei Beiträge beinhalteten. Nach einiger Zeit habe ich diese Kategorien endgültig gelöscht. Die Beiträge habe ich dann in passende Kategorien verschoben. Das war viel Arbeit, die ich mir gespart hätte, hätte ich mir schon im Vorfeld überlegt, welche Kategorien ich überhaupt befüllen kann.

So ähnlich ging es mir mit

Fehler #4 – Zu viele Schlagwörter

Auch diese hätte ich mir im Vorfeld überlegen sollen. Die Schlagwörter sollten auch schlüssig sein und zum Thema passen. Hast du dir deine Themen und Kategorien überlegt, überlege dir, welche Schlagwörter passen. Du machst damit deinem Leser einen Gefallen, denn er sieht, worum es geht. Auch die Suchmaschinen können dann leichter einschätzen, was das Thema des Beitrages ist und werden dich zu bestimmten Suchanfragen weiter oben ausspielen. Dies fällt schon in den Bereich SEO. Zum Thema SEO wird es eigene Beiträge geben.

Merke dir für den Anfang: Weniger ist mehr. Denn das Thema ist klar.

Die nächsten Fehler beziehen sich jetzt auf das Netzwerken und das Promoten deiner Blogartikel. Da kannst du auch Fehler machen, die dir mehr Zeit kosten, als sie dir nützen.

Fehler #5 – Likes für Likes, um Leser und Follower zu generieren

Es kommt auf deine Ziele an, wie wichtig Likes und Follows für dich sind. Aber es gibt dir ein gutes Gefühl, wenn die Anzahl der Follower steigt. Doch diese Like für Like Geschichten bringen dir nicht das, was du willst. Das kann ich dir mit Sicherheit sagen. Denn auch ich habe das gemacht.

Es ist ja eine tolle Verlockung bei solchen Aufrufen in diversen Medien mitzumachen. Und die Followerzahl steigt auch tatsächlich. Doch sie bringen dir nicht unbedingt etwas. Denn du bekommst das Like deswegen, weil du ein Like dagelassen hast und nicht auf Grund von tatsächlichem Interesse an deinen Inhalten.

Das wirkt sich auf die Interaktionsrate aus. Denn du hast viele Follower, aber nur sehr wenige lesen deine Beiträge. Von Kommentaren und Gefällt mir Angaben möchte ich erst gar nicht anfangen. Klar, es ist hübsch anzusehen, wenn da steht, dass man 1000+ Follower hat. Aber auf einzelne Beiträge bekommt man keine 10 Likes.

Also ist es besser langsam und stetig die Leserschaft aufzubauen. Denn die sind auch an deinen Inhalten interessiert. Vielleicht hast du nur 300 Follower. Aber auf einzelne Beiträge erhältst du trotzdem 10 Likes.

Du siehst den Unterschied. Weniger Follower, dafür reines Interesse an deinen Inhalten.

So verhält es sich auch mit Gewinnspielen. Die meisten, die dann ein Like für deine Seite geben machen das nur, weil sie gewinnen wollen. Nicht, weil sie dein Thema und deine Inhalte so toll finden.

Fehler #6 – In möglichst vielen Gruppen sein, um eigene Beiträge zu streuen

Auch das habe ich gemacht. Der Aufwand ist es nicht wert. Wenn du in jeder erdenklichen Gruppe Mitglied bist, um deine Beiträge zu bewerben, kostet es dir sehr viel Zeit, bringt dir aber nicht den größtmöglichen Traffic.

Am Ende war ich in gefühlt 20 Gruppen Mitglied. Habe Stunden und Tage damit verbracht, meine Beiträge unter die Leute zu bringen. Doch Traffic blieb aus. Also habe ich reduziert. Auf aktuell 7 Gruppen. Ich investiere viel weniger Zeit mit dem Streuen von Beiträgen, habe aber gleichmäßig viel Traffic aus den Gruppen.

Ich habe mir Gruppen beibehalten, die dasselbe Thema haben. Mamablogs. Was deine Sichtbarkeit in Gruppen zusätzlich erhöht ist sich aktiv in die Gruppe einbringen. Also suche dir Gruppen, die zu dir passen und wo miteinander kommuniziert wird und nicht bloß dem Posten von Beiträgen dient.

Der letzte Fehler, den ich selbst nie gemacht habe, der aber leider immer noch oft gemacht wird ist

Fehler #7 – Kein Impressum und kein Datenschutz

Impressum und Datenschutz sind ein Muss. Auch wenn du nur rein privat bloggst. Über deine Familie, dein Hobby, dein Haustier. Was auch immer. Erkundige dich im Vorfeld, wie dein Impressum gestaltet sein muss.

Auch der Datenschutz ist Pflicht. Du vermutest vielleicht, dass keine Daten erhoben werden. Da irrst du dich aber. Also erkundige dich auch da genau, was in deinen Datenschutzbestimmungen stehen muss.

Es wird für niemanden, auch nicht für den kleinsten Blog, eine Ausnahme gemacht. Und eine Abmahnung ist nicht lustig und kann richtig teuer werden.


Auf der rechtlichen Ebene gibt es auch für kleine Blogs viel zu beachten. Impressum und Datenschutz sind nur ein Bereich. Verwendest du Bilder, gibt es auch einiges zu beachten. Allerdings möchte ich nicht zu tief in diese Thematik einsteigen, da ich keine Rechtsanwältin bin. 

Aber es gibt auch Rechtsanwälte mit Blogs und diese stellen wirklich gute Beiträge online.
Wenn du dir bei etwas nicht sicher bist, solltest du dir aber auf jeden Fall rechtliche Beratung holen.


Mein Fazit

Fehler sind schnell gemacht und kosten am Ende Zeit und Leser. Im schlimmsten Fall sogar Geld.

Doch mit einem Plan im Vorfeld lassen sich einige Fehler vermeiden.

Wenn du möchtest kannst du dir meine Checkliste für Bloganfänger (Klick) herunter laden. So hast du einen kleinen Leitfaden zur Hand. Sie beinhaltet Tipps um Vernetzen.

Ich wünsche dir gutes Gelingen mit deinem Projekt und solltest du Fragen haben, dann kannst du mich gerne kontaktieren.

Hinweis: Ich kann keine Garantie für den Erfolg deines Blogvorhabens geben. Denn der Erfolg ist von deutlich mehr abhängig. Aber gewisse Fehler nicht zu machen ist schon ein guter Weg.

Alles Liebe
Babsi


6 Gedanken zu „Anfängerfehler beim Bloggen

  1. Avatar
    Tina Gallinaro Antworten

    Hallo Babsi,
    ich muss zugeben, dass ich sehr viele Blogbeiträge lese, aber nur die wenigsten bleiben in meiner Erinnerung.
    Dein Beitrag ist mitfühlend und authentisch, dass er mir das ganze Wochenende nicht mehr aus dem Kopf ging. Bei dem 6. Punkt habe ich mich ein Stück wieder erkannt. Auch ich hatte damals gedacht, ich müsste in gaaaaaaaaaanz vielen Gruppen vertreten sein damit auch viele meine Blogbeiträge lesen. Pustekuchen, ich bin heute auch lieber in wenigen Gruppen unterwegs, dafür kann ich auch gezielt auf einzelne Beiträge eingehen und kommentieren. Vorausgesetzt der Beitrag spricht mich an.
    Vielen Dank für die tollen Zeilen, dieser Artikel wird vielen Bloganfängern eine wertvolle Hilfe sein.
    LG Tina

    • Barbara
      Barbara Antworten

      Liebe Tina,
      danke für das so schöne Kommentar. Ich bin, ganz ehrlich, grad ein wenig sprachlos.
      Ja, die Geschichte mit den Gruppen. Sie bringt auch nicht viel. Manchmal ist weniger eben mehr.
      Die Vernetzung funktioniert insgesamt besser, da man den Überblick behält.
      Ich hoffe auch, dass er vielen Bloganfängern weiterhilft.
      Alles Liebe!
      Babsi

  2. Avatar
    Beatrix Antworten

    Danke liebe Barbara für deine wertvollen Tipps für mich als Einsteigerin. Ich habe meinen Blog erst jetzt im August gestartet und einiger deiner aufgezeigten Fehler gemacht. Und ich bei dem Thema Gruppen fühle ich mich besonders angesprochen 😉 , denn klar bin ich in den Gruppen um mich auszutauschen, aber es sind zu viele gewesen, soviel Austausch ist ein echter Zeiträuber, hat mich mehr zerstreut als Effektivität gebracht. Danke auch, das du so offen über deinen Beginn geschrieben hast, denn es macht mir Mut mit dem Blog weiter zu machen. Auch anderen Lesern deines Blogs wird es sicher so gehen!
    Herzlichst und farbenfroh
    Beatrix

    • Babsi
      Babsi Antworten

      Liebe Beatrix,
      danke, dass du hier auch gleich deine Erfahrung am Start mitteilst.
      Gerade bei Gruppen neigt man dazu, in möglichst vielen vertreten zu sein.
      Ich glaube diesen Fehler machen viele Menschen, was ja auch verständlich ist. Man will schließlich gesehen werden.
      Aber weniger ist mehr und man wird eher wahrgenommen, wenn man in weniger Gruppen unterwegs ist. Man sich dort dafür intensiver einbringen kann.
      Auf jeden Fall weiter machen. Und nur schön langsam. Wie sagt man so schön? In der Ruhe liegt die Kraft.
      Wachse mit deinem Blog. Es ist eine schöne Erfahrung.
      Alles Liebe!
      Babsi

    • Babsi
      Babsi Antworten

      Liebe Katja,
      danke für das Kompliment
      Dann wünsche ich dir noch viel Spaß am Blog und würde mich freuen, wenn du hin und wieder vorbei kommst.
      Alles Liebe!
      Babsi

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